Hier sind Berichte  abgelichtet die aus Platzmangel, nicht in der Bavaria Post erscheinen.


Inhaltsverzeichnis:


12. Schreibabkürzungen im Postbetriebe von 1910 aus den Dienstbefehlen

11. Dienstbefehl vom 27.2.1894

10. Eisenbahmarken-Katalog von 1911

9. Germaniabogen 5 Pf. rechts gezähnt

8. Michel-Katalog-Nummerierungen!

7. "Lagergeld" für Kriegsgefangene

6. Germaniafälschungen, des Aufdruckes "Freistaat Bayern"

5. Oxidierte bleihaltige Markenfarben in ihren alten Originalzustand zurückversetzen.

4. Die Farbe der 1 Mark Germaniamarke, mit Aufdruck "Freistaat Bayern"

3. Barfrankierung in Bayern

2.Bei der 50 Pfg.- Markenausgabe Ludwig III. gibt es zwei verschiedene Farben
dafür aber die gleichen Druck-Zylinder-Nummern

1. Auflagezahlen der Germaniamarken mit "Aufdruck Freistaat Bayern"



12. Schreibabkürzung im Postbetriebe






































11. Dienstbefehl


10. Eisenbahmarkenkatalog von 1911








































9. Germaniabogen rechts durchgezähnt

Erstmals ist es mir gelungen einen 5 Pf. Bogen zu erwerben der rechts und unten durchgezähnt ist. Es handelt sich um die U-HAN 5559.18 FN 3.



8. Michel-Katalog-Nummerierungen









7. "Lagergeld" für Kriegsgefangene








6. Aufdruckfälschung auf Germaniamarken "Freistaat Bayern"


Hier wurde über die Poststempelung der Aufdruck "Freistaat Bayern" aufgebracht, wer hat noch solche Fälschungen?








5. Oxidierte bleihaltige Markenfarben in Ihren alten Originalzustand zurückversetzen.

6. Oxidierte Marken Ohne Gummierung können mit Wasserstoffperoxy 2(HO) in Sekunden schnelle ihre Ursprungsfarbe zurückerhalten.

In einem kleinem sauberen Gefäß (z.B.) Blechdeckel eine 3 % 2(HO) Lösung einfüllen, Marke mit Gesicht nach unten einlegen und die Lösung zum kochen bringen. In wenigen Sekunden ist die Origanlfarbe dann wieder da. Dann sofort  die Marke in ein Wasserbad geben und die Marke anschließen wie gewohnt trocknen.

Die Technik ist so Markenschonend das noch nicht einal ein Prüfer feststellen kann ob die Marke gereinigt wurde, zumindestens währe es mir nicht bekannt.


Anbei eine Beispielsmarke:


vorher


nach der Behandlung ist die Marke wieder farbfrsich!






4. Die Farbe der 1 Mark Germania mit Aufdruck "Freisaat Bayern"

Hermann Illgen

Die 1 Mark-Marke gibt es in zwei Farben, nämlich rot und rotbraun. Bläulichrotbraun ist eine qxidierte Farbe die rückgängig gemacht werden kann.

rot



rotbraun





bläulichrotbraun ist eine Oxidation




3. Barfrankierung in Bayern

Im Januar 1910 ordnete die Generaldirektion an, dass ab 1. Februar 1910 die Barfrankierung in Bayern bei den Postämtern (PA) München 2 und Nürnberg 2 bei Einlieferung von gewöhnlichen Briefpostsendungen des inneren deutschen Verkehrs versuchsweise zugelassen ist. Die barfran-kierten Sendungen werden mit einem grünen oder roten Maschinen-Franko-Stempel bedruckt, der die Angabe des bezahlten Franko-Betrages enthält. Die Postanstalten haben die mit solchen Stempelabdrucken versehenen Sendungen als mit dem Betrag frankiert anzusehen, den die Franko-Stempel ausweisen.

Es mussten gleichzeitig 300 gleichartige, gleichgewichtige und dem gleichen Gebührensatz unterliegende Sendungen eingeliefert werden. Auf dem im RB Nr. 22 abgebildeten Formular des PA 2 Fürth (Bay.) „Anmeldung zur Barfrankierung“ von 1920 werden 50 Stück angegeben.

Weitere verlässliche Hinweise über die Mindest-Stückzahl der zur Einliefung von bar zufrankierten Sendungen sind bisher nicht bekannt. In den Bayerischen Jahrbüchern zwischen 1911 bis 1930 sind dazu folgende Hinweise zufinden:

1911 – 200 Sendungen



Quelle: Bayerisches Jahrbuch 1911, Verlag Carl Gerber, München, S. 257

1913 – 200 Sendungen



Quelle: Bayerisches Jahrbuch 1913, Verlag Carl Gerber, München, S. 269

1916 – 200 Sendungen



Quelle: Bayerisches Jahrbuch 1916, Verlag Carl Gerber, München, S. 270

1919 – 200 Sendungen





Quelle: Bayerisches Jahrbuch 1919, Verlag Carl Gerber, München, S. 205

1920 – 200 Sendungen



Quelle: Bayerisches Jahrbuch 1920, Verlag Carl Gerber, München, S. 250

1930 – 100 Sendungen



Quelle: Bayerisches Jahrbuch 1930, Verlag Carl Gerber, München, S. 233


In einem Zeitungsbericht über die Entwicklung des bayerischen Postwesens wird 1911 berichtet, dass seit der Einführung der Barfrankierung in Bayern am 1. Februar 1910 bis Ende April 1920 bereits über 20 Mill. Sendungen mittels „Barfrankierung“ abgefertigt wurden.


     VMBl. für das Kgr. Bayern, Postdienstl. Teil, Nr. 4, München, 22. Januar 1910, PV-Nr. 7, S. 15
     Lentner, Josef, „Die Einführung der Barfreimachung in Bayern“, Archiv für Postgeschichte in Bayern, 1959,
Heft 2, S. 186
     Vogel, Albert J., Einführung der Barfrankierung im innern bayerischen und im Wechsel-Verkehr 1910,
ArGe Bayern e.V., gegr. 1997, RB 22 / 2008, S. 5 ff.
     „Die Entwicklung des bayerischen Postwesens“, Bayerischen Kurier & Münchner Fremdenblatt, Handels- Industrie- und Gewerbe-Zeitung, 20. Juni 1911; vgl.: Bavaria-Post, Juni 2013, S. 96 f.



2. 2 Farben 50 Pf. Ludwig

Bei der 50 Pfg.- Markenausgabe Ludwig III. gibt es zwei verschiedene Farben –
dafür aber die gleichen Druck-Zylinder-Nummern

Jörg Arnold



Bekannt ist, dass beim 50-Pfg.-Wert der Markenausgabe König-Ludwig III. es zwei unterschiedene Farben gibt. Der MICHEL-Katalog hat sogar jeder Markenausgabe (ohne Aufdruck-, mit Aufdruck Volksstaat und Freistaat) eine eigene Farbbezeichnung zugewiesen. In den Verordnungen stieß ich auf einen interessanten Hinweis:
Mit der PVO Nr. 320 werden die Werte zu 35 und 75 Pfg. der König-Ludwig-Ausgabe angekündigt. Diese Marken sollen aber erst dann an die Schalter kommen, wenn die nicht mehr benötigten Werte zu 30 und 50 Pfg. abverkauft sind.

Wegen dieser Ankündigung ist davon auszugehen, dass die „Druckformzylinder“ Nr. 7 und 8 der Ludwig-Marke zu 50 Pfg. abgeschliffen und neu verkupfert wurden, um für eine weitere Verwendung zur Verfügung standen, das sich aber als ein voreiliger Entschluss erwies. Nämlich ab dem 1. Oktober 1919 gab es eine Portoerhöhung, die genau wieder diese Markenwerte erforderlich machte. Das Porto für einen Fernbrief über 20 gr. war 30 Pfg. und für ein Fernbrief mit der Einschreib-Gebühr bis 20 gr. 50 Pfg. So war man dazu gezwungen, die beiden Markenwerte zu 30 und 50 Pfg. wieder nachdrucken und dafür neue „Druckformzylinder“ anzufertigen. Da die Abrechnung des Markendruckes mit den Zylindernummern zusammenhing, mussten die alten Zylinder-Nummern 7 und 8 noch einmal zu verwendet werden. Diese „Marken-Nachdrucke“ hatten eine andere Farbe (Abb. 1 bis 3).






Abb. 1 (Mi-Nr. 101 II A + B)    



(Mi-Nr. 125 II A + B) Abb. 2



Aus drucktechnischen Gründen ist es bei der Wiedergabe dieser Marken nicht möglich, die genauen Original-Farbtöne zu reproduzieren.

Abb. 3 Mi-Nr. 161 A + B






1. Auflagezahlen der Germaniamarken mit "Aufdruck Freistaat Bayern"

Im Bundesarchiv schlummerten bislang Unterlagen die teils Licht in die Auflagenzahlen bringen (Bundesarchivbestand R 4701 Nr. 7881 Blätter 7, 7a und 8)
Die Erstauflage mit der Aufdruck-Hausauftragsnummer 1224.19 hat eine Auflage von:


 Marken     Bogen        Einzelstücke
2 1/2 Pf.     42.100    4.210.000
3 Pf.                100    10.000
5 Pf.           12.000    1.200.000
7 1/2 Pf.     92.400    9.240.000
10 Pf.         48.600    4.860.000
20 Pf.           2.700    270.000
25 Pf.           5.200    520.000
40 Pf.           1.950    195.000
80 Pf.           1.150    115.000
1 Mark          1.550    31.000
2 Mark             850    17.000
3 Mark             550    11.000
5 Mark             575    11.500
       
Karten       
7 1/2 Pf.         20.000
7 1/2 7 1/2       1.000
10 Pf.         1.400.000
10 + 10 Pf.      65.000
PA 15 Pf.        45.000
PA 25 Pf.        98.000

Von dieser Auflage wurden jedoch nur die Marken die nach Speyer am 9.5.1919 geliefert wurden, im Mai 1919 verausgabt, und zwar in folgender Anzahl:



 Marken     Bogen        Einzelstücke
2 1/2 Pf.    3.000     300.000
5 Pf.             500       50.000
7 1/2 Pf.    4.000     400.000   
10 Pf.        2.000     200.000


Postkarten      Einzelstück
10 Pf.         100.000
10 + 10 Pf.     5.000

Alle weiteren Marken wurden mit der zweiten Auflage Ende September 1919 verausgabt.2



Die Zahlen der zweiten Auflage mit der Aufdruck-Hausauftragsnummer 3103.19 bassieren auf der Liste der Bestellung, da mit ein Auslieferungsbeleg oder Rechnung bis dato fehlt (Bundesarchiv Bestand R 4701 Nr. 7881 Blatt 41)
Die Zahlen sind wie folgt:


Wert    Bogenanzahl     Markenanzahl
3 Pf.      40.000            4.000.000
5 Pf.      30.000            3.000.000
15 Pf.    40.000            4.000.000
20 Pf.    70.000            7.000.000
25 Pf.    20.000            2.000.000
35 Pf.    20.000            2.000.000
40 Pf.    13.000            1.300.000
75 Pf.    15.000            1.500.000
80 Pf.    14.000            1.400.000
1 Mark   30.000               600.000
2 Mark   25.000               500.000
3 Mark   25.000               500.000
5 Mark   25.000               500.000

Somit ergibt sich eine Gesamtauflage von:

Marken      Bogen        Einzelstücke
2 1/2 Pf.    42.100    4.210.000
3 Pf.          40.100    4.010.000
5 Pf.          42.000    4.200.000
7 1/2 Pf.    92.400    9.240.000
10 Pf.        48.600    4.860.000
15 Pf.        40.000    4.000.000
20 Pf.        72.700    7.270.000
25 Pf.        25.200    2.520.000
35 Pf.        20.000    2.000.000
40 Pf.        14.950    1.495.000
75 Pf.        15.000    1.500.000
80 Pf.        15.150    1.515.000
1 Mark       31.550       631.000
2 Mark       25.850       517.000
3 Mark       25.550       511.000
5 Mark       25.575       511.500
       
Gesamt        48.990.500

Postkarten        Einzelstücke
7 1/2 Pf.          20.000
7 1/2 7 1/2        1.000
10 Pf.          1.400.000
10 + 10 Pf.       65.000
PA 15 Pf.          45.000
PA 25 Pf.          98.000